Novoflow Umwelt- und Filtertechnik

Augsburger Allgemeine Zeitung vom 12. März 2005

Die besten Erfinder in der Region
Mit welchen Ideen Handwerksbetriebe glänzen - Zwei Staatspreise und ein Bundespreis
Von unserer Mitarbeiterin Karin Seibold
München


Am Anfang des Erfolgs steht die Idee. Der Bayerische Staatspreis für besondere technische Leistungen und der Bundespreis für hervorragende innovatorische Leistungen zeichnen Handwerksbetriebe aus, die durch außergewöhnliche Erfindungen besonders hervorstechen. Drei schwäbische Unternehmen wurden gestern bei der Internationalen Handwerksmesse (IHM) in München mit eben diesen Preisen von einer Fachjury belohnt.

Der Bundespreis ging an die Firma Merkle Schweißanlagen-Technik aus Kötz (Landkreis Günzburg), den Bayerischen Staatspreis erhielten die Novoflow Umwelt- und Filtertechnik GmbH aus Oberndorf am Lech (Kreis Donau-Ries) und die Jotha-Fahrzeugbau AG aus Donauwörth. Umweltschonend, anpassungsfähig und kraftsparend präsentierten sich die drei Bewerberfirmen aus Schwaben der Jury.
Mit ihrem tragbaren Schweißgerät verdiente sich die Merkle Schweißanlagen-Technik GmbH aus Kötz den Bundespreis. Das Gerät ist universal einsetzbar und passt sich an die jeweilige Leistung im Stromnetz an. Insgesamt ging der Bundespreis an zwölf Betriebe, 63 Unternehmen hatten sich beworben. Die Firma Merkle war 2001 bereits mit dem Bayerischen Staatspreis ausgezeichnet worden. Das Kötzer Unternehmen ist nach Angaben der Handwerkskammer für Schwaben einer der führenden Anbieter im Bereich der Schweißtechnik. Mit Niederlassungen in Deutschland, Osterreich und Brasilien bedient es auch internationale Märkte.

Der Bayerische Staatspreis ging an die Jotha-Fahrzeugbau AG aus Donauwörth. Das 1929 gegründete Unternehmen stellt Aufbauten für Lastwagen, Anhänger für Auto-Transport, Sonderanhänger für Feuerwehren und Aufbauten für Baufahrzeuge her. "Wir haben uns eine Nische gesucht", sagt Geschäftsführer Erwin Huber. Um das Be- und Entlade von Containern zu erleichtern, entwickelte das Unternehmen eine Ladeplattform, die sowohl gekippt als auch waagrecht bewegt werden kann.

Im Gegensatz zum Container kann die flache Plattform so zum Beispiel direkt mit einer Schubkarre befahren und beladen werden. Bis zu 8,5 Tonnen Gewicht hebt der "CombiCon 3500" in seiner größten Ausführung, er transportiert Schüttgut ebenso wie Maschinen. "Wenn man zum Beispiel Sand aufladen will, muss man ihn bei Containern in Kübelform Schaufel für Schaufel über den Rand des Behälters heben. Bei unseren flachen Containern fährt man einfach ebenerdig mit der Schubkarre auf die Plattform", erklärt Huber die Vorteile des Geräts.

Auch die Novoflow Umwelt- und Filtertechnik GmbH aus Oberndorf am Lech überzeugte die Jury. Die beiden Geschäftsführer Erhard Rudolf und Franz Fastner erfanden ein umweltfreundliches Filtersystem. Das Verfahren, das zum Beispiel bei der Abwasserreinigung eingesetzt werden kann, trennt Stoffe aufgrund ihrer Molekülgröße. Neu ist, dass das Abwasser durch Düsen schräg auf die Filter aufgesprüht wird, um die Verschmutzung der Filterscheiben zu verringern. "Das Ganze funktioniert nach den Besen-Prinzip", erklärt Rudolf. "Wenn Regenwasser in einen Abfluss strömt, verstopft der Schutt die Öffnung. Wenn man aber mit einem Besen über den Sickerdeckel kehrt, verhindert man eben diese Verstopfung." Neu ist bei diesem System auch, dass die Filter wie Bausteine erweitert werden können.
Kriterien bei der Vergabe der Preise waren Kreativität, Umweltfreundlichkeit und Nützlichkeit der Erfindungen, so Konrad Rebholz von der Bundesjury. "Die Handwerker haben sehr viel Einsatz und Grips bewiesen."